Esslingen liegt auf rund 240 m Höhe, eingebettet zwischen Neckar und den Weinbergen. Der Untergrund wechselt hier abrupt: Terrassenschotter mit hoher Lagerungsdichte, darüber Auelehm mit wechselnder Konsistenz. Wer eine Bodenplatte bemisst, muss die Steifigkeitssprünge zwischen diesen Schichten zwingend modellieren – sonst reißt die Platte im Betrieb. Wir führen die Plattengründungsbemessung auf Basis von Baugrundgutachten durch, die wir mit CPT-Sondierungen und ergänzenden Schürfgruben im Stadtgebiet selbst erstellen. So entsteht ein realitätsnahes Bettungsmodul, das Setzungsmulden präzise abbildet.
Ein einheitliches Bettungsmodul reicht in Esslingen nicht – die Neckarterrassen verlangen eine geschichtete Steifigkeitsmodellierung.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
In Esslingen sehen wir immer wieder Plattenrisse, weil der Baugrund nur bis 3 m Tiefe erkundet wurde. Darunter liegt oft eine geringmächtige Tonlinse aus dem Gipskeuper, die im Sondierprofil nicht auftaucht, aber Setzungsdifferenzen von mehreren Millimetern verursacht. Ein zweites Risiko: Hanglage ohne Stützkonstruktion. Am Schurwaldhang verformt sich die Platte langsam hangabwärts, wenn die Bettung auf der Talseite nachgibt. Wir verlangen deshalb grundsätzlich Tiefensondierungen bis zur doppelten Plattenbreite und eine Böschungsstabilitätsuntersuchung, sobald die Geländeneigung 5° übersteigt. Auch der Neckarhochwasserpegel spielt eine Rolle – bei Platten unterhalb 230 m ü. NN prüfen wir Auftriebssicherheit nach DIN EN 1997-1, Abschnitt 10.
Geltende Normen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN EN ISO 17892-1:2015-03 (Laborkennwerte – Wassergehalt, Dichte), DIN 18135:2012-05 (Eindimensionaler Kompressionsversuch / Ödometer), DIN EN 206:2021-06 (Beton – Festlegung, Eigenschaften, Herstellung)
Verwandte Dienstleistungen
Geotechnisches Feldprogramm
Schwere Rammsondierungen (DPH) und CPT bis 12 m Tiefe auf dem Baugrundstück, inklusive Entnahme von Sonderproben für das Labor.
Bewehrungs- und Ausführungsplanung
Schal- und Bewehrungspläne für die Fundamentplatte mit statischer Berechnung, abgestimmt auf die lokalen Bodenkennwerte und den Grundwasserstand.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Wie tief muss die Bodenplatte in Esslingen gegründet werden?
Die Einbindetiefe richtet sich nach der Frostsicherheit (mindestens 80 cm in Frostzone II) und nach der Tragfähigkeit der anstehenden Schicht. In den Neckarauen reichen oft 60–80 cm bis zum Terrassenschotter, während in Hanglagen mit verwittertem Keuper 1,20 m nötig sein können, um organische Oberböden zu durchörtern.
Brauche ich ein Baugrundgutachten für eine Einfamilienhaus-Bodenplatte?
Ja, und zwar ein standsicherheitsrelevantes Gutachten nach DIN 4020. Die Baubehörde in Esslingen verlangt es im Baugenehmigungsverfahren. Ohne erkundete Schichtfolge und Bodenklassifikation ist keine normkonforme Plattengründungsbemessung möglich.
Mit welchen Kosten muss ich für die Bemessung einer Fundamentplatte rechnen?
Die reine Bemessungsleistung liegt je nach Plattenfläche und Komplexität des Untergrunds zwischen 900 und 3.370 Euro. Darin enthalten sind die statische Berechnung, der Bewehrungsplan und die geotechnische Stellungnahme. Das Baugrundgutachten wird separat abgerechnet.
