Esslingen liegt auf rund 240 m Höhe, doch die Baugründe wechseln hier alle paar hundert Meter. Zwischen den Keuperhängen, dem Neckartal und den quartären Auffüllungen in der Pliensauvorstadt haben wir es ständig mit Verdichtungsnachweisen zu tun, die nicht nach Schema F laufen. Die Felddichtebestimmung nach dem Sandkegelverfahren ist für uns das tägliche Werkzeug, wenn es um den direkten Nachweis des Verdichtungsgrads auf der Baustelle geht. Gerade bei den vielen Hanggrundstücken in Mettingen oder beim Gewerbegebiet in Weil ist die Frage nicht ob, sondern wie oft geprüft werden muss. Wer hier baut, braucht belastbare Werte – und zwar bevor der Winterregen die offene Fläche aufweicht. Ergänzend setzen wir bei schwierigen Kornverteilungen die Korngrößenanalyse ein, um den Feinanteil zu bestimmen, der die Verdichtbarkeit stark beeinflusst.
Der Sandkegelversuch misst direkt das Volumen der Prüfgrube. Kein radiometrisches Verfahren, keine Annahmen – das ist ehrliche Dichtebestimmung.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Ein typischer Fall aus der Praxis: In der westlichen Pliensauvorstadt wurde ein Streifenfundament auf einer Auffüllung aus dem letzten Jahrhundert gesetzt. Der Planer gab einen Verdichtungsgrad von 100 % Proctor vor – auf dem Papier. Die ersten beiden Sandkegelproben lagen bei 93 und 94 %. Der Fehler war kein Prüffehler, sondern die falsche Annahme, man könne gemischtkörnigen Aushub ohne Wasserzugabe auf Enddichte bringen. Nach einer Nachverdichtung mit angepasstem Wassergehalt und drei weiteren Kontrollprüfungen passten die Werte. Die Lektion: Eine einzige Felddichtebestimmung, die man sich spart, kann den ganzen Gründungsnachweis gefährden. Bei bindigen Böden mit wechselndem Tongehalt, wie am Schurwaldhang, messen wir lieber einmal mehr als zu wenig.
Video-Ressource
Geltende Normen
DIN 18125-2: Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte – Dichtebestimmung mit Sandkegelverfahren, DIN 18127: Proctorversuch, ZTV E-StB 17: Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau
Verwandte Dienstleistungen
Verdichtungsnachweis DPr
Bestimmung des Verdichtungsgrads nach Proctor (DIN 18127) mittels Sandkegelverfahren, inklusive Entnahme von Referenzproben.
Prüfung der Tragfähigkeit
Kombination mit dem statischen Plattendruckversuch (Ev2/Ev1) zur Ermittlung des Verformungsmoduls auf Planum und Tragschichten.
Sieblinien und Proctorkurve
Erstellung der Referenzkurve im Labor, um den maximalen Trockenraumgewichtswert für den Soll-Vergleich festzulegen.
Dokumentation für Abnahme
Messprotokolle mit GPS-Referenz, Fotodokumentation der Prüfgrube und tabellarischer Zusammenstellung aller Einzelwerte.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Felddichtebestimmung mit dem Sandkegel in Esslingen?
Für eine einzelne Prüfung in Esslingen liegen die Kosten zwischen 90 und 130 Euro. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Messstellen pro Tag und der Entfernung zu unserem Labor. Bei einem Prüflos mit mehr als zehn Messungen am selben Tag wird es entsprechend günstiger.
Wie tief kann das Sandkegelverfahren prüfen?
Praktisch prüfen wir immer lagenweise – eine Lage entspricht der eingebauten Schichtdicke, meist zwischen 20 und 35 cm. Die Grube selbst geht nicht tiefer als die verdichtete Lage. Für tiefere Schichten muss die nächste Lage freigelegt werden.
Kann man den Versuch auch bei Regen durchführen?
Nur sehr eingeschränkt. Nasser Prüfsand verklumpt und läuft nicht definiert in die Grube. Auch das Auswiegen der feuchten Probe verfälscht das Ergebnis. Bei leichtem Nieselregen spannen wir einen Schirm, bei Dauerregen verschieben wir den Termin – das ist sicherer.
Welche Alternative gibt es zum Sandkegel bei grobem Schotter?
Bei Korngrößen über 63 mm, etwa bei Blockschüttungen, stößt der Sandkegel an seine Grenzen. Dann ersetzen wir das Volumen durch eine Ersatzmethode wie das Ballonverfahren oder, wo verfügbar, durch einen Großversuch mit einer Rigolenplatte. Für den reinen Verformungsnachweis reicht dann oft der Plattendruckversuch. Mehr Info.
