Vier Edelstahlelektroden, ein Messgerät mit 400 W Sendeleistung und ein Kalibrierprotokoll vom Morgen – so starten wir eine VES-Messung in Esslingen. Die Anordnung folgt Schlumberger: Stromelektroden außen, Potenzialsonden innen. Schrittweise vergrößern wir den Abstand, um den scheinbaren Widerstand tieferer Schichten zu erfassen. In Esslingen mit seinen heterogenen Keuperböden und den quartären Kiesrinnen des Neckars liefert das Verfahren belastbare Tiefenprofile bis 60 m, ohne einen Kubikzentimeter Boden zu bewegen. Für Bauherren, die auf dem Schilfsandstein oder im Stubensandstein planen, kombinieren wir die Korngrößenanalyse mit dem geoelektrischen Profil, um Schichtgrenzen zu kalibrieren.
VES trennt in Esslingen zuverlässig Gipskeuper von Schilfsandstein – allein über den Widerstandskontrast von 30 zu 200 Ωm.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Esslingen liegt in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA, doch die tatsächliche Gefahr für den Baugrund kommt von Subrosion im Gipskeuper. Auslaugungshohlräume im Mittleren Keuper erzeugen Senkungsmulden und plötzliche Nachbrüche – ein klassischer Fall für Geoelektrik. Die VES zeigt diese Hohlräume als Hochwiderstands-Anomalien, sofern sie luftgefüllt sind. In den Wintermonaten, wenn der Neckar Hochwasser führt und die Auelehme gesättigt sind, sinken die Widerstände in den Deckschichten drastisch. Wir planen die Messprofile dann auf den höher gelegenen Terrassenkanten, um Kopplungseffekte mit der nassen Bodenzone zu minimieren und das Signal-Rausch-Verhältnis sauber zu halten.
Geltende Normen
DIN EN 1997-2:2014-03 – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 18134:2012-04 – Plattendruckversuch (für Kalibrierung der Tragschicht), DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke
Verwandte Dienstleistungen
VES-Einzelpunktsondierung
Eine Schlumberger-Sondierung mit Tiefenprofil bis 60 m. Inklusive Auswertekurve, Schichtmodell und Widerstands-Log. Geeignet für Bauvorhaben auf homogenen Keuperflächen.
VES-Profilmessung mit 2D-Inversion
Mehrere Sondierpunkte entlang einer Linie, invertiert mit Res2DInv oder BERT. Liefert ein Widerstands-Tiefenschnitt quer zur Neckarterrasse oder über vermutete Subrosionszonen.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine VES-Sondierung in Esslingen?
Eine Einzelpunktsondierung mit Auswertung und Bericht liegt zwischen 600 € und 1.060 € netto. Der Preis variiert mit der maximalen Eindringtiefe und der Zugänglichkeit des Geländes – Messungen in Hanglage oder auf bewachsenem Terrain erfordern mehr Rüstzeit.
Wie tief kann eine VES unter die Keuperschichten eindringen?
In Esslingen erreichen wir mit Standardauslage (AB/2 = 100 m) Tiefen um 60 m. Das reicht, um unter dem Gipskeuper den Lettenkeuper und den Oberen Muschelkalk zu erfassen. Bei sehr trockenem Sandstein begrenzt hoher Kontaktwiderstand die Eindringtiefe – wir befeuchten dann die Elektrodenpunkte mit Salzlösung.
Wann ist eine VES aussagekräftiger als eine SPT-Bohrung?
Die VES ist überlegen, wenn es um laterale Kontinuität geht. Eine SPT-Bohrung liefert Punktdaten, die VES einen durchgehenden Querschnitt. In Esslingen setzen wir die VES gezielt ein, um die Ausdehnung von Kiesrinnen oder Subrosionssenken zu kartieren – Strukturen, die eine Bohrung verfehlen kann.
Welche Bodenparameter leitet ihr aus dem Widerstand ab?
Aus dem scheinbaren Widerstand korrelieren wir Porosität, Sättigungsgrad und – bei Kalibrierung mit der Korngrößenanalyse – den Feinkornanteil. Eine direkte Ableitung der Tragfähigkeit ist nicht zulässig; dafür braucht es ergänzende Sondierungen wie den Plattendruckversuch.
