GEOTECHNIK
Esslingen, Germany
info@geotechnik.vip
StartseiteGeophysikElektrische Widerstandsmessung / VES (Vertikale Elektrische Sondierung)

Elektrische Widerstandsmessung / VES in Esslingen – Untergrund schnell und zerstörungsfrei erkunden

Vier Edelstahlelektroden, ein Messgerät mit 400 W Sendeleistung und ein Kalibrierprotokoll vom Morgen – so starten wir eine VES-Messung in Esslingen. Die Anordnung folgt Schlumberger: Stromelektroden außen, Potenzialsonden innen. Schrittweise vergrößern wir den Abstand, um den scheinbaren Widerstand tieferer Schichten zu erfassen. In Esslingen mit seinen heterogenen Keuperböden und den quartären Kiesrinnen des Neckars liefert das Verfahren belastbare Tiefenprofile bis 60 m, ohne einen Kubikzentimeter Boden zu bewegen. Für Bauherren, die auf dem Schilfsandstein oder im Stubensandstein planen, kombinieren wir die Korngrößenanalyse mit dem geoelektrischen Profil, um Schichtgrenzen zu kalibrieren.

VES trennt in Esslingen zuverlässig Gipskeuper von Schilfsandstein – allein über den Widerstandskontrast von 30 zu 200 Ωm.

Unser Ansatz

Der Stuttgarter Talkessel reicht geologisch bis Esslingen hinein – Gipskeuper und Lettenkeuper wechseln sich auf kurzer Distanz ab. Das bedeutet für die elektrische Widerstandsmessung: Tonsteine zeigen Werte unter 30 Ωm, während Sandsteine und Kiese schnell 200 Ωm überschreiten. Der Kontrast ist scharf genug, um Verwitterungszonen und Klüfte aufzulösen. Wir messen mit Frequenzen zwischen 10 Hz und 1 kHz, um IP-Effekte zu unterdrücken, die im tonigen Keuper stören. In der Praxis verknüpfen wir die VES mit der SPT-Bohrung aus dem mechanischen Aufschluss – das liefert ein punktgenaues Korrelationsmodell für die gesamte Messlinie. Für tiefere Baugruben am Neckarufer, wo quartäre Auelehme den Kies überdecken, ergänzen wir das Profil durch eine seismische Refraktionsmessung zur Bestimmung der Felsoberkante.
Elektrische Widerstandsmessung / VES in Esslingen – Untergrund schnell und zerstörungsfrei erkunden

Lokaler geotechnischer Kontext

Esslingen liegt in der Erdbebenzone 1 nach DIN EN 1998-1/NA, doch die tatsächliche Gefahr für den Baugrund kommt von Subrosion im Gipskeuper. Auslaugungshohlräume im Mittleren Keuper erzeugen Senkungsmulden und plötzliche Nachbrüche – ein klassischer Fall für Geoelektrik. Die VES zeigt diese Hohlräume als Hochwiderstands-Anomalien, sofern sie luftgefüllt sind. In den Wintermonaten, wenn der Neckar Hochwasser führt und die Auelehme gesättigt sind, sinken die Widerstände in den Deckschichten drastisch. Wir planen die Messprofile dann auf den höher gelegenen Terrassenkanten, um Kopplungseffekte mit der nassen Bodenzone zu minimieren und das Signal-Rausch-Verhältnis sauber zu halten.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

E-Mail: info@geotechnik.vip

Geltende Normen

DIN EN 1997-2:2014-03 – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 18134:2012-04 – Plattendruckversuch (für Kalibrierung der Tragschicht), DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Verwandte Dienstleistungen

01

VES-Einzelpunktsondierung

Eine Schlumberger-Sondierung mit Tiefenprofil bis 60 m. Inklusive Auswertekurve, Schichtmodell und Widerstands-Log. Geeignet für Bauvorhaben auf homogenen Keuperflächen.

02

VES-Profilmessung mit 2D-Inversion

Mehrere Sondierpunkte entlang einer Linie, invertiert mit Res2DInv oder BERT. Liefert ein Widerstands-Tiefenschnitt quer zur Neckarterrasse oder über vermutete Subrosionszonen.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
MessverfahrenSchlumberger-Anordnung, 4-Punkt-Sonde
Eindringtiefe5 m bis 60 m (je nach Stromabstand)
MessgrößeScheinbarer spezifischer Widerstand ρₐ in Ωm
Frequenzbereich10 Hz – 1 kHz (IP-Kompensation aktiv)
Messgenauigkeit±3 % vom Messwert (kalibriert nach DIN 18134)
Dauer pro Sondierung20–45 min (abhängig von Tiefenstufe)

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine VES-Sondierung in Esslingen?

Eine Einzelpunktsondierung mit Auswertung und Bericht liegt zwischen 600 € und 1.060 € netto. Der Preis variiert mit der maximalen Eindringtiefe und der Zugänglichkeit des Geländes – Messungen in Hanglage oder auf bewachsenem Terrain erfordern mehr Rüstzeit.

Wie tief kann eine VES unter die Keuperschichten eindringen?

In Esslingen erreichen wir mit Standardauslage (AB/2 = 100 m) Tiefen um 60 m. Das reicht, um unter dem Gipskeuper den Lettenkeuper und den Oberen Muschelkalk zu erfassen. Bei sehr trockenem Sandstein begrenzt hoher Kontaktwiderstand die Eindringtiefe – wir befeuchten dann die Elektrodenpunkte mit Salzlösung.

Wann ist eine VES aussagekräftiger als eine SPT-Bohrung?

Die VES ist überlegen, wenn es um laterale Kontinuität geht. Eine SPT-Bohrung liefert Punktdaten, die VES einen durchgehenden Querschnitt. In Esslingen setzen wir die VES gezielt ein, um die Ausdehnung von Kiesrinnen oder Subrosionssenken zu kartieren – Strukturen, die eine Bohrung verfehlen kann.

Welche Bodenparameter leitet ihr aus dem Widerstand ab?

Aus dem scheinbaren Widerstand korrelieren wir Porosität, Sättigungsgrad und – bei Kalibrierung mit der Korngrößenanalyse – den Feinkornanteil. Eine direkte Ableitung der Tragfähigkeit ist nicht zulässig; dafür braucht es ergänzende Sondierungen wie den Plattendruckversuch.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Esslingen und Umgebung.

Größere Karte ansehen