Ein Manometer, eine Druckwasserpumpe und eine Doppelpacker-Lanze – mehr braucht es im Kern nicht, um die Durchlässigkeit des Esslinger Untergrunds zuverlässig zu erfassen. Wir setzen die Lanze in die vorbereitete Bohrung ein, dichten die Teststrecke mit dem Packer ab und geben kontrolliert Wasser in den Porenraum ab. Ob im verwitterten Schwarzjura-Tonstein der Weinberge oberhalb von Mettingen oder im quartären Kies des Neckartals – der Versuch liefert uns direkt den kf-Wert, den wir für jede Versickerungsanlage und Wasserhaltung brauchen. In Esslingen mit seiner Mischung aus steilen Keuperhängen und flacher Flussaue arbeiten wir dabei mit Druckstufen nach DIN EN ISO 22282, weil die lokale Geologie selten homogen ist. Die Messwerte protokolliert unser Messtechniker alle 60 Sekunden, bis sich ein stationärer Durchfluss einstellt – das kann je nach Gestein 20 Minuten oder auch zwei Stunden dauern.
Ein Lugeon-Test in klüftigem Stubensandstein zeigt oft erst ab der dritten Druckstufe, ob die Klüfte kommunizieren oder nur lokal geöffnet sind.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Vergleichen Sie eine Baugrube in der Pliensauvorstadt mit einer im Hanggebiet von Sirnau: unten im Tal stehen Sie nach zwei Metern im gespannten Grundwasser des Neckarkieses, oben am Hang haben Sie 15 Meter verwitterten Gipskeuper mit Schichtwasser auf den Tonsteinbänken. Der kf-Wert im Kies liegt oft bei 10⁻³ m/s, im Keuper dagegen bei 10⁻⁷ m/s – drei Zehnerpotenzen Unterschied. Wer hier mit einem einzigen Versuch oder gar nur mit Erfahrungswerten plant, dimensioniert die Wasserhaltung falsch. Eine unterdimensionierte Pumpenanlage im Kies läuft trocken, eine überdimensionierte im Hang reißt Schichten aus. Der Felddurchlässigkeitsversuch muss in Esslingen immer dort angesetzt werden, wo die spätere Baugrubensohle liegt – nicht pauschal in einer Vorerkundungsbohrung 20 Meter daneben. Nur so lassen sich Setzungen durch ungewollte Grundwasserabsenkung in der dicht bebauten Altstadt vermeiden.
Geltende Normen
DIN EN ISO 22282-2:2012 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Geohydraulische Versuche – Teil 2: Wasserabpressversuch in einem Bohrloch (Lefranc), DIN EN ISO 22282-3:2012 – Teil 3: Wasserdruckversuch (Lugeon), DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser
Verwandte Dienstleistungen
Lefranc-Versuch in Lockerbohrungen
Einsatz im Neckarkies und in den Auelehmen der Talaue. Wir setzen die Prüfstrecke direkt in der unverrohrten Bohrung an, meist in 2 bis 4 Tiefenintervallen pro Bohrloch, um die vertikale Variabilität des kf-Werts zu erfassen.
Lugeon-Test im Festgestein
Speziell für die verwitterten Keuperschichten und den klüftigen Sandstein der Esslinger Hanglagen. Die Druckstufen legen wir gemeinsam mit dem Baugrundgutachter fest, um hydraulischen Grundbruch im Gebirge sicher auszuschließen.
Kombinierte Versickerungsprofile
Wenn der Baugrund zwischen Lockergestein und Fels wechselt, fahren wir ein kombiniertes Programm aus Lefranc- und Lugeon-Versuchen in derselben Bohrung – effizient und ohne zusätzlichen Bohrplatzbedarf.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Wann brauche ich in Esslingen einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch?
Immer dann, wenn Sie in den Untergrund versickern wollen oder eine Grundwasserabsenkung planen. In Esslingen ist das typisch für Rigolen oder Sickerschächte in den Hanggrundstücken, für Baugruben im Neckartal oder für Tiefgaragen, die ins Grundwasser einbinden.
Was kostet ein Felddurchlässigkeitsversuch in Esslingen?
Für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch in einer bestehenden Bohrung rechnen Sie mit €560 bis €840, abhängig von der Anzahl Druckstufen und der erforderlichen Messdauer bis zum stationären Zustand.
Wie lange dauert ein Lugeon-Test im Stubensandstein?
Im klüftigen Stubensandstein des Esslinger Burgbergs stellt sich oft schon nach 20 bis 30 Minuten pro Druckstufe ein stationärer Durchfluss ein. Bei fünf Druckstufen ist der Test inklusive Rüstzeit nach etwa drei Stunden abgeschlossen.
Muss die Bohrung vor dem Versuch gespült werden?
Ja, wir spülen die Bohrlochsohle immer mit klarem Wasser, bevor wir den Packer setzen. Im verwitterten Keuper Esslingens entfernen wir so Tonbeläge von der Bohrlochwand, die sonst den kf-Wert verfälschen würden. Mehr Info.
