Der Neckar hat Esslingen über Jahrtausende geformt – und damit einen Baugrund geschaffen, der von Tal zu Hang innerhalb weniger hundert Meter massiv wechselt. Auf der einen Seite die weichen Auenlehme und Schotterterrassen im Neckartal, auf der anderen die ausgelaugten Gipskeuper-Hänge mit teils tiefgründiger Verwitterung. Eine SPT-Bohrung (Standard Penetration Test) liefert hier genau die Zahlen, die ein reines Bohrgutachten nicht hergibt: die Schlagzahl N30, aus der wir Lagerungsdichte, Konsistenz und vor allem die Tragfähigkeit des anstehenden Bodens direkt ableiten. Im Esslinger Stadtgebiet mit seinen knapp 95.000 Einwohnern ist diese Information für nahezu jedes Bauvorhaben entscheidend – ob im verdichteten Stadtkern um den Marktplatz, in den Hanglagen von Mettingen oder in den Gewerbegebieten von Weil. Wer in Esslingen gründet, muss mit dem rechnen, was die Keuper-Schichten unter der Oberfläche bereithalten. Die SPT-Bohrung macht das in Echtzeit messbar.
Eine Schlagzahl sagt mehr als tausend Laborwerte – der SPT misst den Bodenwiderstand dort, wo er für Ihre Gründung zählt.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Die DIN EN 1997-2 in Verbindung mit DIN 4020 fordert für Baugrunduntersuchungen in heterogenen Böden eine Kombination aus direkten und indirekten Aufschlüssen. In Esslingen mit seinen löslichen Sulfatgesteinen im Gipskeuper wird diese Forderung zum wirtschaftlichen Muss: Subrosion, also die Auslaugung und Verkarstung unterirdischer Gipsschichten, kann Hohlräume und Nachsackungen verursachen, die mit einer reinen Rammsondierung nicht erkennbar sind. Die SPT-Bohrung liefert hier den doppelten Nutzen: Sie bringt eine gestörte Bodenprobe ans Tageslicht, an der wir die Gesteinsansprache und Sulfatbestimmung durchführen, und sie misst zugleich den Eindringwiderstand. Wird eine SPT-Bohrung in Erdfall-gefährdeten Zonen Esslingens unterlassen, drohen Setzungsdifferenzen, die selbst eine bewehrte Bodenplatte nicht mehr schadlos aufnehmen kann. Der Schaden an aufgehendem Mauerwerk geht dann schnell in den sechsstelligen Bereich.
Geltende Normen
DIN EN ISO 22476-3: Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 3: Standard Penetration Test, DIN EN 1997-2 (Eurocode 7): Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4020: Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke
Verwandte Dienstleistungen
SPT-Bohrung und Bodenansprache
Kombinierte SPT-Bohrung mit durchgehender geologischer Profilaufnahme. Jeder Kernmarsch wird angesprochen, die Schlagzahl N30 protokolliert und in ein Baugrundmodell überführt.
Rammsondierung DPH/DPSH
Schwere Rammsondierung als Ergänzung zur SPT-Bohrung, um die Lagerungsdichte in rolligen Schichten oder die Pfahlspitzentragfähigkeit im Neckarkies zu ermitteln.
Labortechnische Begleitanalytik
Bestimmung von Wassergehalt, Korngrößenverteilung und Sulfatgehalt an den SPT-Proben zur Einstufung der Betonaggressivität und des Verformungsverhaltens.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine SPT-Bohrung in Esslingen?
Für eine SPT-Bohrung im Esslinger Stadtgebiet liegen die Kosten typischerweise zwischen €440 und €640 pro Bohrpunkt, abhängig von Bohrtiefe, Zugänglichkeit und erforderlichem Bohrverfahren. Bei schwer zugänglichen Hanggrundstücken oder erforderlichem Felsaufschluss können Zuschläge anfallen. Das Angebot umfasst die vollständige Dokumentation nach DIN EN ISO 22476-3.
Bis zu welcher Tiefe führt man eine SPT-Bohrung durch?
In Esslingen bohren wir SPTs üblicherweise bis in 10 bis 15 Meter Tiefe, abhängig vom Gründungshorizont. Bei Pfahlgründungen im Neckartal gehen wir tiefer, bis der tragfähige Fels des Oberen Muschelkalks erreicht ist. Entscheidend ist der Nachweis einer ausreichend tragfähigen Schicht unterhalb der setzungsempfindlichen Auenlehme.
Wie viele SPT-Bohrungen brauche ich für ein Einfamilienhaus?
Nach DIN 4020 sind für ein Einfamilienhaus in Esslingen in der Regel zwei bis drei SPT-Bohrungen erforderlich, ergänzt durch leichte Rammsondierungen. Die genaue Anzahl richtet sich nach der Grundrissfläche und der Homogenität des Baugrunds. Bei Hanglagen mit bekanntem Gipskeuper empfehlen wir mindestens drei Aufschlusspunkte, um die Verwitterungstiefe zuverlässig zu kartieren.
Welche Bodenkennwerte liefert die SPT-Bohrung?
Der SPT liefert die Schlagzahl N30, aus der wir über standardisierte Korrelationen den Spitzenwiderstand, die undränierte Scherfestigkeit cu und den Steifemodul Es ableiten. In rolligen Böden ergibt sich daraus die bezogene Lagerungsdichte, in bindigen Böden die Konsistenz. Für Esslinger Keuper-Verwitterungsböden wenden wir zusätzlich die lokalen Erfahrungswerte des LGRB Baden-Württemberg an.
Ist die SPT-Bohrung mit Lärm oder Erschütterungen verbunden?
Die SPT-Bohrung arbeitet mit einem Rammbären, der Schall- und Körperschallemissionen erzeugt. Im dicht bebauten Esslinger Stadtgebiet setzen wir bei sensibler Nachbarschaft oder nahen historischen Bauten alternativ auf eine lärmgedämpfte Drucksondierung (CPT), die ohne Schlag auskommt und dennoch den Spitzendruck kontinuierlich aufzeichnet. Mehr Info.
