Die Altstadt von Esslingen liegt auf einer Höhe von 241 m ü. NHN, doch der Baugrund wechselt hier auf kürzester Distanz zwischen ausgelaugtem Gipskeuper, Neckarkiesen und Auelehm. Wer auf diesen heterogenen Formationen ein Bauvorhaben plant, braucht mehr als nur eine indirekte Sondierung. Genau hier setzt die Schürfgrube als direkter Bodenaufschluss an. Sie liefert eine ungestörte Profilwand, die unser Labor in Esslingen nach DIN 4021 anspricht. In der Pliensauvorstadt haben wir mit dieser Methode bereits mehrfach unerwartete Auffüllungshorizonte identifiziert. Die Schürfgrube ist im Esslinger Baugrund oft die einzige Methode, die eine eindeutige Ansprache von Wechsellagerungen ermöglicht. Für tiefere Horizonte kombinieren wir die Sondierbohrung mit ergänzenden Verfahren wie dem CPT-Versuch, wenn ein durchgängiges Drucksondierungsprofil gefordert wird.
Eine Schürfgrube zeigt das Baugrundprofil mit allen Inhomogenitäten. Kein anderes Aufschlussverfahren liefert eine vergleichbare visuelle Sicherheit für die Schichtansprache.
Unser Ansatz
Lokaler geotechnischer Kontext
Ein Mehrfamilienhausprojekt in der Mettinger Straße stand vor dem Problem, dass Rammkerndaten auf tragfähigen Fels deuteten, die spätere Schürfgrube jedoch eine Karstlehm-Tasche im Gipskeuper freilegte. Ohne diesen direkten Aufschluss wäre das Gebäude unzureichend gegründet worden. Die Folgen wären Setzungsdifferenzen im cm-Bereich gewesen, die Mauerwerksrisse nach sich ziehen. Auch in den Hanglagen von Berkheim liefern Schürfgruben die nötige Klarheit über die Mächtigkeit von Fließerden. Bei Baugruben tiefer als 1,25 m schreibt die DIN 4124 zwingend einen Grabenverbau vor – das muss eingeplant sein. Eine ungesicherte Schürfgrube ist keine Option. Unser Labor klärt den Sicherungsaufwand bereits im Vorfeld mit dem Bauherrn ab.
Geltende Normen
DIN 4021 – Baugrund; Untersuchung durch Schürfe und Bohrungen, DIN EN ISO 22475-1 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung; Probenentnahmeverfahren, DIN 4124 – Baugruben und Gräben; Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten
Verwandte Dienstleistungen
Baugrundaufschluss und Schichtansprache
Durchführung der Sondierbohrung als Handschurf oder maschineller Schurf mit direkter Bodenansprache nach DIN 4021.
Probenahme und Laboreinbindung
Entnahme repräsentativer Bodenproben direkt aus der Grubenwand und Übergabe an unser akkreditiertes Labor für weiterführende bodenmechanische Versuche.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Welche Tiefe erreicht eine Schürfgrube in Esslingen?
Im Regelfall führen wir Schürfgruben bis 4,0 m unter GOK aus. Bei größeren Tiefen ist ein Grabenverbau nach DIN 4124 zwingend erforderlich. Für Erkundungen über 5 m Tiefe empfehlen wir ergänzend eine Bohrstock- oder Drucksondierung.
Was kostet eine Schürfgrube mit Dokumentation?
Für eine Schürfgrube mit fachgerechter Dokumentation, Fotoprotokoll und Einmessung liegen die Kosten in Esslingen zwischen €440 und €840, abhängig von der Tiefe und dem erforderlichen Verbauaufwand. Wir erstellen vorab ein Festpreisangebot.
Ist für die Schürfgrube eine Kampfmittelsondierung nötig?
In Esslingen besteht aufgrund der industriellen Vergangenheit ein potenzieller Kampfmittelverdacht. Wir empfehlen vor dem maschinellen Schurf eine Freigabe durch den Kampfmittelräumdienst. Die Verantwortung dafür liegt beim Bauherrn.
Wie lange bleibt die Grube offen?
Die Grube wird nur für die Dauer der Dokumentation und Probenahme offen gehalten, meist 2 bis 4 Stunden. Danach erfolgt die lagenweise Verfüllung mit Verdichtungskontrolle. Die Grube wird noch am selben Tag wieder standsicher verschlossen.
